Overtourism – wenn Einheimische Gäste am liebsten in die Wüste schicken würden

Overtourism und in meinem Kopf tauchen sofort Bilder von unkontrollierten Menschenmassen in Venedig, Barcelona oder Amsterdam auf. Ausgerüstet mit dem neuesten Smartphone oder noch besser mit einem Tablet marschieren sie, nein drängen sich, vom Markusplatz zur Rialtobrücke. Keiner der Touristen schaut nach links oder gar nach rechts. Entlang des tipitopi markierten Haupt-Trampelpfades stürmen sie die erstbeste Toilette, besuchen vielleicht die ein oder andere Modeboutique und kaufen billigen Ramsch Made in China. Die feinen Cafés zwei Straßen weiter bemerkt niemand. Atemlos erreichen sie die Rialtobrücke und sind bitter enttäuscht, dass sie kein instagramtaugliches Foto auf dieser Attraktion ergattern. Danach gönnen sie sich den obligatorischen schweinsteuren Kaffee direkt am Markusplatz. Nachhaltiger Tourismus geht anders. Wie du Overtourism möglichst entkommen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Overtourism? – eine Definition

Overtourism ist ein relativ neues Phänomen. Es geht zum einen darum, wie viele Kapazitäten ein Ort erträgt. Zum anderen ist es ein sehr emotionales Thema und betrifft die Kippschwelle der Einheimischen. Wie lange sind sie Unterstützer von Tourismus und ab wann nerven Gäste einfach nur noch?

Erst 2018 reichte der britische Journalist Greg Dickinson den Begriff Overtourism beim Collins Dictionary ein: „Overtourism ist das Phänomen, dass ein beliebtes Reiseziel oder eine Sehenswürdigkeit auf unhaltbare Weise von Touristen überrannt wird.“ . Übertourismus oder Overtourismus sind die (haha) deutschen Wörter dafür.

Tragfähigkeit von Destinationen

Die UNWTO bringt die touristische Tragfähigkeit mit ins Spiel. Sie definiert diese als „die maximale Anzahl von Menschen, die ein Reiseziel gleichzeitig besuchen kann, ohne dass es zu einer Zerstörung des physischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Umfelds und einer inakzeptablen Abnahme der Qualität der Besucherzufriedenheit führt“.

Die „Carrying Capacity“ ist dabei bei jeder Sehenswürdigkeit, jedem Ort oder jedem Land eine andere. Stell dir vor, die Menschenmassen, die täglich Venedig besuchen, würden über einen kleinen Ort herfallen. Oder umgekehrt. Wenn z. B die Bewohner rund um einen besonders schönen Gebirgssee in einem kleinen Alpental über Overtourism schimpfen und diese Anzahl an Personen nach Venedig kommt… Die Frage nach ab wann Overtourism herrscht, ist so pauschal daher nicht zu beantworten. Erst wenn die Grenze deutlich überschritten ist, wird sie für alle sichtbar.

Frau mit Blick auf Hallstatt und keine Spur von Overtourism während der Corona-Pandemie in Hallstatt
Keine Spur von Overtourism während der Corona-Pandemie in Hallstatt

Früher ging es bei Overtourism meist um sensible Naturökosysteme. Heutzutage leiden vor allem Städte und Kulturstätten oftmals aufgrund von Kreuzfahrtschiffen darunter. Hotspots entstehen. Folgende „Tragfähigkeiten“ entstehen:

  • Ökologische Tragfähigkeit: Wie viele Leute verträgt die Natur?
  • Soziologische Tragfähigkeit: Akzeptanz der Anrainer
  • Psychologische Tragfähigkeit: Das Urlaubserlebnis der Touristen wird beeinflusst
  • Ökonomische Tragfähigkeit: Wohnraum für Einheimische verteuert sich oder potentielle Nachteile für die Bewohnerinnen entstehen

Tourismus bringt selbstverständlich jede Menge Geld. Vor allem in ärmeren oder strukturschwächeren Gegenden finden Menschen einen Job im Tourismus. Keine Touristen = kein Job = kein Geld – das spürten viele während der Corona-Pandemie. Daher ist es nicht möglich, einfach weniger Tourismus zu bestimmen.

Schiefe Entwicklung

Bist du auch ein richtiges Herdentier? Möchtest du Dinge erleben, die schon tausendfach auf Social Media gepostet wurden? Damit du dann angeben kannst, dass du ebenfalls dort warst? Zückst du als erstes dein Smartphone und vergisst dein Moment richtig in dir aufzusaugen? Tja. Alle anderen halt auch.

Immer mehr Menschen nehmen das Geschenk des Reisens wahr. Die Mittelschicht in den Schwellen- und Entwicklungsländern steigt und diese investiert liebend gerne in Reisen. Billigairlines, Kreuzfahrtschiffe sowie günstige Angebote verschärfen den Trend. Ebenso buchst du mittlerweile easy mit zwei Klicks deinen Urlaub. Und vielleicht manchmal unterschätzt – der Film- und Social-Media-Tourismus. Bei jedem steht der Strand aus „The Beach“ am Reiseplan, der Kirkjufell aus „Game of Thrones“ ist längst kein Geheimtipp mehr und den Rainbow Mountain hätten wir ohne Instagram nie entdeckt. Masse statt Klasse ist die Folge daraus.

Obwohl Massentourismus nicht unbedingt mit Overtourism gleichzusetzen ist. Massentourismus ist auch möglich, wenn die Tragfähigkeit einer Destination nicht überschritten ist. Wenn die Region auf brutzelnde Sardinen vorbereitet ist, spürt sie die positiven sowie negativen Effekte von „normalen“ Massentourismus. Erst wenn es zu viel wird, sprechen wir von Overtourism.

Erst wenn es zu viel wird, sprechen wir von Overtourism.

Womöglich brodelt der Eisberg. Der Grat zwischen yeeeh und wäh ist manchmal nur ein schmaler. Auch wenn noch nichts an die Oberfläche geraten ist und nur die Spitze – in dem Fall das Positive – an der Oberfläche zu sehen ist, rumort es im Untergrund. Meistens reicht eine kleine Erschütterung, damit die Stimmung explodiert.

Und: Die Touristen nerven dann die anderen Touristen. Also nerven sie alle: die Einheimischen sowie die anderen Gäste. Klingt nach purer Urlaubsidylle…

Pärchen mit Blick auf den Eiffelturm
Eiffelturm – fast ohne Menschen

Beispiele für touristische Hotspots & Overtourism

Venedig, Barcelona, Amsterdam. Das wars? Leider nein.

Florenz, Palma de Mallorca, Dubrovnik, Ayer’s Rock, Kho Phi Phi, Nantes, Athen, Reykjavik, Bukarest, Budapest, Mailand, Mount Everest, Salzburg, Kilimandscharo, Machu Picchu… Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Aber sind es immer nur die großen Städte und bekannte Orte? Nein. Auch kleine Dörfer wie z. B. Hallstatt haben massive Probleme.

Gäste klettern in private Gärten, benutzen Toiletten in Einfamilienhäusern und stürmen die Kirche, weil sich im chinesischen Nachbau dieses Musterdorfes ein McDonalds befindet.

Speziell in Coronazeiten wurden auch Tages-Ausflugsziele überrannt. Instagram leistet seinen Beitrag dazu. Denke an die malerische Rue Crémieux in Paris, den Natur-Infinitypool Gumpen in Bayern oder die imposante Hängebrücke bei der Olpererhütte. Höchstwahrscheinlich gibt es so einen touristischen Hotspot auch in deiner Nähe.

Ich durfte einmal Teil eines Projektes zum Thema Overtourism sein. Projektstart war vor der Coronakrise, Ausarbeitung und Datengenerierung während der Pandemie. Ob die Ergebnisse repräsentativ sind, sei mal dahingestellt… Spannend zu erleben war allerdings, wie die Stimmung innerhalb der betroffenen Anrainer und innerhalb der touristischen Nutznießer war. Tag und Nacht ist ein Kindergeburtstag dagegen. Für die einen war es Overtourism vom Allerfeinsten und verglichen diesen kleinen Ort (haha, ich verrate den Namen hier sicher nicht) mit Problemen wie in Venedig. Die anderen begeisterten sich für ein umstrittenes Hotelprojekt. Overtourism hat Potential für Gefühlsausbrüche 😉.

Ein Overtourism-Sonderfall: Kreuzfahrtschiffe

Die bekannteste Stadt von Overtourism aufgrund von Kreuzfahrtschiffen ist wahrscheinlich Venedig. Dicht gefolgt von Dubrovnik, Kotor, Honningsvag, Lonyearbyen (Spitzbergen) und Giglio.

Tausende Menschen verlassen gleichzeitig das Schiff und haben sehr wenig Zeit, bis zur Abfahrt. Daher bewegen sie sich in einem kleinen Kreis und überfüllen die Straßen und Plätze. Die allermeisten Gäste von Kreuzfahrtschiffen konsumieren nichts, da für sie am Schiff rund um die Uhr Essen bereit ist. Vielleicht bleibt noch Zeit für ein paar Souvenirs made in China. Für Land und Leute bleibt keine Zeit. Jetzt stellt dir mal vor. Es liegen mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Rechnen wir die Anzahl der Besucherinnen einfach mal vier…

Von den Problemen für die Umwelt schreib ich hier gar nicht…

Kreative Lösungen sind gefragt. Es sind nicht nur die Städte „schuld“. Ebenso die Reedereien und die Reiseveranstalter. Vielleicht ist es möglich, länger in einem Hafen zu bleiben? Dadurch besichtigen die Gäste andere Stadtteile oder machen Ausflüge ins Hinterland. Eine Alternative im Reiseprogramm wären ebenso noch unbekannte Orte.

Negative Folgen für die Einheimischen

Des anderen Freud, ist (meist) des anderen Leid. Auch hier. In vielen Städten entwerfen Einwohnerinnen Kampagnen gegen Touristen. Aber: Einwohner, Besucher und Unternehmen sind die Seele einer Stadt. Wenn dies ins Ungleichgewicht gerät, verliert die ganze Stadt ihren Charme.

  • Einheimische finden oftmals sehr schwer eine leistbare Wohnung. Lukrativer sind Ferienwohnungen und Zimmer für Gäste.
  • Die Innenstädte verkonzernen sich. Bewohnerinnen kehren ihrer Stadt den Rücken und schließen ihre familiengeführten Geschäfte. Konzerne, Luxusboutiquen und Kettenrestaurants übernehmen. Flair? Außerhalb der mit Menschenmassen gefüllten Zeiten sind die Städte leergefegt.
  • Die Infrastruktur leidet. Staus und Chaos sind vorprogrammiert.
  • Die Stimmung der Einheimischen gegenüber Reisenden rasselt in den Keller.
  • Müllberge ersetzen richtige Berge, eklige Verschmutzung in der Natur oder mitgenommene „Andenken“ verschlimmern die Situation zusätzlich

Traurigerweise entwickelt sich eine Abhängigkeit. Die Bewohnerinnen sowie die Unternehmen verziehen sich aus der Innenstadt, es bleibt in den betroffenen Gebieten Tourismus als einzige Einnahmequelle.

Was kannst du gegen Overtourism tun?

Da sind wir wieder einmal alle gefragt. Reisende und Anbieter sind eingeladen, sich Gedanken zu machen, wie sie Hotspots bzw. Hot-Zeiten entzerren. Aber pack dich am besten gleich selbst an der Nase:

  • Such dir Alternativen. Gibt es etwas Spannenderes, als den Atlas aufzuschlagen und darin zu schmökern? Vielleicht lässt du einfach den Finger über den Globus gleiten und wählst dein Urlaubsziel, da wo dein Zeigefinger stehen bleibt?
  • Ansonsten buch in der Nebensaison oder zu den Tagesrandzeiten. So ca. Mittag sind nämlich alle an dem Hotspot – außer die, die schönes Licht für die Fotos brauchen. Da sind der Sonnenauf- und der Sonnenuntergang sehr beliebt. Stell dir die Fragen, wann bei dieser Sehenswürdigkeit keine Reisezeit ist.
  • Du hast womöglich einen Geheimtipp entdeckt? Sehr gut. Poste es nicht auf Social Media.
  • Mach andere Urlauber darauf aufmerksam, wenn sie z. B. auf Blümchen trampeln, Korallen abbrechen oder Müll wegwerfen.
  • Not-to-go-Listen beachten. Im Internet findest du bestimmt auch deine persönliche Not-to-go-Listen.
  • Sich Zeit nehmen, in die lokale Kultur eintauchen, in (kleinen) Privatunterkünften übernachten, auf Kettenkonzerne verzichten, länger verreisen.

„It´s not about the places you go. It´s about the people you go with.“

(unbekannt)

Dieses Zitat wärmt mein Herz. Deines auch? Egal wohin du gehst, was du entdeckst oder erlebst, schlussendlich zählt immer wer dabei war. Weg von dem Gedanken, das muss ich alles gesehen haben, hin zu Erholung im Jetzt und Hier mit dir.

Dollarzeichen in den Augen vs. nachhaltiges Denken

Die gewissenhaften Regionen werden ihre Dollarzeichen in den Augen etwas verblassen lassen. Sie legen den Fokus darauf, die Natur und Kultur zu schützen sowie die Interessen der Einheimischen zu respektieren und repräsentieren. Höhere Tourismuszahlen waren bzw. sind immer noch good news. In manchen Orten ändert sich dies allmählich. Zu viele Touristen zerstören den Ort, den Flair und den Charme für Einheimische und Touristinnen gleichermaßen.

Als ersten Schritt ist es wichtig, den Status Quo zu erheben. Daraus entstehen Ziele, die für alle Beteiligten die besten Lösungen hervorbringen.

Die Zauberformel gibt es nicht. Dennoch haben einige großartige Ansätze.

Es gibt keine Zauberformel.

Gäste lenken

Entlasten und lenken. Sei es durch zeitliche Aktionen oder neue Attraktionen. In Amsterdam z. B. wird der 18 km entfernte „Amsterdam Beach“ ins Rampenlicht geholt. Die Leute pilgern zu der „neuen“ Sehenswürdigkeit und entlasten somit die Innenstadt.

Zeitlich ist es mancher Orts schon möglich, dass Besucher online einen Time-Slot für eine Attraktion kaufen. Somit ersparst du dir sinnlose Wartezeiten und die Menge an Touristen an einem Hotspot verringert sich. Ebenso ausprobiert werden digitale Pushnachrichten, die den Gästen zeigen, wo momentan weniger los ist.

Gehirnschmalz in den Regionen ist gefragt. Gibt es andere Attraktionen, die es ebenso verdient haben, vermarktet zu werden? Warum wird nur einen Blickfang in die Auslage gestellt und nicht die ganze Region?

Dynamische Preise

Bei Fluglinien ist es Tradition, dass jeder einen anderen Preis bezahlt. Bei Sehenswürdigkeiten scheint es manchmal noch zu hapern. Ganz klar, wenn viele Leute kommen, kostet es mehr. Sonnenauf- und Sonnenuntergang sind kostspielige Erlebnisse – dafür instagramtauglich 😉.

Steuern steuern

Jap. Steuern sind das Grundmittel zum Steuern. Sehenswürdigkeiten ist es möglich, eine „Overtourism-Steuer“ einzuführen und die Gäste mit ein paar Euros abzukassieren. Ja, ich weiß. An dem Namen arbeiten wir noch… Erträge finanzieren nachhaltige Projekte in der Region, spannende Besucherlenkung oder öffentlichen Verkehr.

Machu Picchu im Nebel
Auch in Machu Picchu hatten wir Glück – oder einfach nur gut geplant?

Zugangsbeschränkungen aufgrund von Overtourism

Sind alle Plätze weg, gibt es keine Tickets mehr. In ein Fußballstadion passen nicht mehr Leute, als es Sitzplätze hat… Warum sollten ausgerechnet Sehenswürdigkeiten, Städte oder Länder uneingeschränkt Kapazitäten haben?

Parkplatzprobleme entschärfen

Bei vielen Sehenswürdigkeiten quillen die Parkplätze über. Straßen sind zugeparkt, Rettungskräfte haben keine Chance, sich durch das Getümmel zu boxen. Öffentliche Verkehrsmittel rücken in den Mittelpunkt.

Zugegeben, überall kommt man mit den Öffis nicht hin. Und es gibt noch viel Verbesserungspotential bei z. B. der Deutschen Bahn. Im Sommer 2022 fährt jeder im Bundesland Salzburg an den Freitagen gratis mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Funktioniert tadellos, manchmal sind die Züge voll. Aber gut, das nimmt man in Kauf. Kaum fährt man allerdings über die Grenze nach Deutschland, wo es diesen besagten Sommer ein Ticket für € 9,00 pro Monat gibt, bricht das Chaos aus.

Da steht sowohl bei den Regionen als auch beim öffentlichen Verkehr noch jede Menge Arbeit an. Aber wir freuen uns darauf, wenn es dann flutscht.

Der DAU will an der Hand genommen werden

Bei technischen Geräten bzw. Software gibt es immer eine Beschreibung für den DAU. Beim DAU handelt es sich um eine seltene Spezies – den dümmst anzunehmenden User. Dieser ist auch außerhalb der Technikwelt anzutreffen.

Nein. Spaß beiseite. Aufklärung is the key. Überfüllte Orte teilen das einfach mit, dass sie ein Problem mit Overtourism haben. Warum sollte das jemand anderer wissen? Vielleicht fühlt es sich für diese Besucherin normal an?

Schautafeln, Aufklärungskampagnen, erklärende Eintrittstickets – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Erklärt den Gästen, warum es wichtig ist, auf den Wegen zu bleiben, warum der Müll nicht weggeworfen werden soll, warum Tiere und Einheimische keine Angebote sind.

Orte schließen

Das ist wohl die letzte Maßnahme. Zur Regeneration werden Orte geschlossen und nicht mehr für die Gäste zugänglich gemacht. Beispiele hierfür sind Kho Phi Phi oder Gumpen.

Und wie ist es, wenn Over- zu Undertourism wird?

Corona. Kannst du dich erinnern? Quietschvergnügte Delfine plantschten in den Kanälen von Venedig. Unheimlich menschenleer war die Getreidegasse in Salzburg. Keine Einnahmen für die Leute vor Ort.

Das andere Extrem. Das Gegenteil von Overtourism tritt ein: Undertourism. Kaum war es wieder möglich, besuchten wir Hallstatt, Interlaken, Paris und Venedig. Und was soll ich sagen? Es war genial. Flanieren und ein paar kurze Pläuschchen mit echten Einheimischen in Venedig, kein Reservieren für die Jungfraubahn und geschlossene indische Restaurants in Interlaken, einfach ohne Wartezeit zum Eiffelturm und zum Louvre schlendern und Hallstatt mit ein paar weiteren österreichischen Besuchern entdecken.

Die Einheimischen haben sich extrem über die wenigen Besucher gefreut. Wir haben normalerweise überlaufene Sensationen entspannt gesehen. Ein Mittelding wäre wahrscheinlich die beste Lösung.

Kreative Ansätze sind gefragt.

Fazit – Kreative Wege führen weg von Overtourism

Ich bekenne mich schuldig. Ich bin Teil des Problems. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten strich ich von meiner Bucket List. Immerhin sehr viele in der Nebensaison oder zu Zeiten, wo die vermeintlichen Hotspots froh auf Besucher waren.

Tourismus begrenzen – so einfach ist dies dennoch nicht. Die Branche schafft enorm viele Arbeitsplätze und spült Geld in die Kassen der Einheimischen. Weniger Tourismus = weniger Einnahmen. Kreative Ansätze sind gefragt, um Touristen am effektivsten zu lenken. Selbstverständlich kannst auch du deinen Beitrag leisten. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, buche in der Nebensaison, besuche unbekannte Orte, teile diese nicht auf Social Media. Wenn sich jeder so benimmt wie zuhause, wo einem der Chef jederzeit entdecken könnte, klappt es vielleicht. Wie siehst du das? Verrate es mir gerne in den Kommentaren.

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