Nachhaltiger Tourismus – machbar & notwendig?

Nachhaltiger Tourismus klingt gut. Aber: Hast du schon einmal bewusst auf einen nachhaltigen Urlaub geachtet? Dachte ich mir. Das machen nur die Wenigsten. Tourismus und Reisen zählen auf der Welt zu eine der größten wirtschaftlichen Branchen. Auf Nachhaltigkeit wird dabei nicht immer geachtet.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie du deinen Urlaub so gestalten kannst, dass die Umwelt erhalten bleibt und die örtliche Bevölkerung profitiert sowie die lokale Wirtschaft gestärkt wird. Glaubst du nicht? Dann bist du auf dieser Seite genau richtig. Hier und auf den folgenden Seiten findest du Tipps und Tricks, wie du einen nachhaltigen Urlaub und somit nachhaltigen Tourismus erleben kannst. Denn dieses Geschenk – die Welt zu bereisen – sollten auch unsere Kinder und Enkelkinder noch erleben dürfen.

Nachhaltiger Tourismus hat viele Namen

Wie auch immer du es nennst: Nachhaltiger Tourismus, sanfter Tourismus, fair Reisen, verträglich Reisen, integrativer Tourismus oder zukunftsfähiger Tourismus – es ist immer dasselbe gemeint. Nämlich eine Form des Unterwegs-Seins oder die Entwicklung von Tourismusangeboten, die fair bleibt gegenüber Natur, lokaler Wirtschaft und lokaler Bevölkerung.

Einkaufen bei Einheimsichen ist Teil von nachhaltigem Tourismus
Einkaufen bei Einheimsichen ist Teil von nachhaltigem Tourismus

Im Fachjargon spricht man heutzutage über „Nachhaltigen Tourismus“ oder genauer „Nachhaltige Tourismusmusentwicklung“. Dafür sind die Vereinten Nationen (UNWTO) verantwortlich, denn sie haben diesen Begriff in ihrem Leitbild verankert.

Ökotourismus ist nicht immer mit nachhaltigem Tourismus gleichzusetzen. Hierbei handelt es sich oftmals um Natur- und Tierbeobachtungen.

Was versteht man unter nachhaltigem Tourismus – eine Definition

Die UNWTO definierte als erster nachhaltigen Tourismus:

„Ein Tourismus, der seine derzeitigen und künftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen in vollem Umfang berücksichtigt und den Bedürfnissen der Gäste, der Branche, der Umwelt und der Gastgemeinden Rechnung trägt.“

UNWTO

Daneben gibt es mittlerweile zahlreiche andere Definitionen. Dennoch überschneiden sich diese mit diesen Ansichten:

  • Langfristige Perspektiven
  • Die wirtschaftliche, ökologische, gesellschaftliche und auch politische Sicht vereinen sich.
  • Alle Stakeholder werden mit einbezogen, die aktiv entscheiden sollen/müssen.

Sinnvoller wäre es von nachhaltiger Tourismusentwicklung zu reden, da der optimale Zustand (noch) nicht erreicht ist und es immer Potenzial zu noch besserem, noch nachhaltigerem Tourismus gibt.

Eine Reise in die Geschichte der Nachhaltigkeit

Tourismus prägte dieses Schlagwort nicht. Es kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Es sollten nur so viele Bäume abgeholzt werden, dass sich die Wälder selbst regenerieren konnten. Somit wurde nie ein ganzer Wald abgeholzt. Das System soll erhalten bleiben, der Bestand auf natürliche Weise nachwachsen.

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft.

Im Brundtland Report (von den Vereinten Nationen, 1987) wird Nachhaltigkeit als eine Entwicklung „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“ definiert.

Darauf aufbauend – also aus der ökologischen Sicht – entwickelte sich das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit.

Drei Säulen oder das magische Dreieck

Zum ökologischen Teil gesellen sich ab Mitte der 1990er Jahre die Begriffe „ökonomisch“ und „sozio-kulturell“. Klingt mal wieder ein bisschen kryptisch, ist es aber nicht.

Grafik: Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit bilden auch die Grundlage für nachhaltigen Tourismus
Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit bilden auch die Grundlage für nachhaltigen Tourismus

Ökologisch ist klar oder? Dies orientiert sich am ursprünglichen Gedanken. Die Lebensgrundlage soll nur in einem Ausmaß beansprucht werden, dass sie sich selbst regenerieren kann. Heutzutage geht es vor allem um einen bewussten Umgang mit Wasser, Energie und endlichen Rohstoffen. Schäden am Ökosystem sollen möglichst vermieden, die Biodiversität gefördert werden. Die Emissionen sollen keine Schäden anrichten. Die Gesundheit der Menschen soll weiters nicht geschädigt werden, dazu zählen etwa gesundheitsschädliche Stoffe in Nahrungsmitteln oder Kosmetik.

Wirtschaftlich wird schon interessanter, denn die ökonomische Nachhaltigkeit beschreibt ein Wirtschaftssystem, das nicht vollständig auf Gewinne programmiert ist. Momentan lebende und spätere Generationen sollen eine hohe Lebensqualität vorfinden. Ein großer Teil dafür ist die Förderung von Wissen und Lernmöglichkeiten. „Fairer Handel“ ist ebenso inklusive wie z. B. günstige Konditionen von Banken für Umweltschutzprojekte. Selbstverständlich benötigen Unternehmen Gewinne. Diese sollen aber unter anderem in moderne Maschinen, faire und hochwertige Rohstoffe, faire Bezahlung von Mitarbeiterinnen und Fortbildungen fließen. Ziele, wie z. B. die Lebensqualität zu steigern oder in Umweltprojekte zu investieren, sind Möglichkeiten, wie sie Gewinne sinnvoll einsetzen können.

Sozio-kulturell ist auf den ersten Blick nur schwer greifbar. Ist aber leicht erklärt. Jeder ist verantwortlich für das eigene Handeln gegenüber anderen Menschen. Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität sind die Grundaspekte davon. Ebenso soll die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit gegeben sein. Ausbeutung und Kinderarbeit sind ein krasser Widerspruch. Traditionen und kulturelle Schätze sollen erhalten und nicht verkitscht werden.

Dadurch ergeben sich folgende Kombinationen:
ökologisch + sozial = lebenswert
wirtschaftlich + ökologisch = lebensfähig
sozial + wirtschaftlich = fair

Kritik am magischen Dreieck

Klingt erst mal gut. Es gibt dennoch viel Kritik über die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Der größte Kritikpunkt ist, dass dies keine Maßnahmen sind, sondern im besten Fall Leitblanken. Daher ist es schwierig konkrete Handlungsempfehlungen daraus abzuleiten. Ebenso wird in dem Modell nicht dargestellt, wie die Gesellschaft mit nachhaltiger Entwicklung erreicht werden soll.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die drei Säulen als gleichwertig gelten. Ist aber leider nicht der Fall. Denn ohne Ökologie funktioniert weder die Gesellschaft noch die Wirtschaft. Für die nachhaltige Tourismusentwicklung muss die Natur an oberster Stelle stehen.

Beispiel, warum das Nachhaltigkeitsdreieck unter Kritik steht

Zusätzlich sind die drei Aspekte oftmals untereinander nicht kompatibel. Dieses Beispiel soll dir das klarer machen:

Ein Unternehmen baut einen Staudamm – das Beispiel ist nicht wertend. Die Umwelt leidet, da womöglich viele Pflanzen und Tiere den Baumaßnahmen weichen müssen. Ebenso wird der Fluss reguliert, was in weiterer Folge zu Verschiebungen in der Unterwasserwelt führen kann. Ebenso ist es möglich, dass flussabwärts weniger Wasser für die Pflanzen und Menschen zur Verfügung steht.

Ökonomisch betrachtet ermöglicht dieses Projekt Arbeitsplätze und später günstigere Strompreise.

Für die Menschen kann dies bedeuten, dass sie von ihrer Heimat abgesiedelt werden oder dass sie flussabwärts weniger Wasser für sich und die Landwirtschaft zur Verfügung haben. Dennoch profitieren sie danach von günstigeren Strompreisen.

Was uns wieder zur Umwelt führt. Es fließt grünerer Strom durch die Stromleitungen. Vielleicht schließt dadurch sogar ein Kohlekraftwerk.

Womöglich wird der Staudamm eine touristische Attraktion. Damit könnte die lokale Wirtschaft gefördert werden. Es fließt mehr Geld zu den Einheimischen und sie haben mehr Möglichkeiten, ihren Lebensstandard zu erhöhen.

Mehr Tourismus kann zu mehr Ausbeutung der Einheimischen führen, mehr Dreck und Müllberge verursachen und die Kultur der lokalen Bevölkerung (die es ja im Falle des Staudammes hier nicht mehr gibt) beeinflussen.

Dann wären wir wieder bei der Umwelt…

Dieses Spielchen könnte ich noch eine Weile fortsetzen. Wie du siehst, es gilt bei jedem nachhaltigen Projekt abzuwägen, ob und in welcher Form es eine der drei Säulen beeinflusst.

Wie kann nachhaltiger Tourismus aussehen?

Momentan ist Tourismus nicht unbedingt nachhaltig. Es gibt aber Möglichkeiten wie du und ich unsere Reisen so gestalten können, damit wir einen positiven Einfluss auf die Umwelt, die lokale Bevölkerung sowie die lokale Wirtschaft haben können.

Weltweit ist Tourismus für rund 10 % der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Da kann sich jeder denken, dass er zu globalen Veränderungen wie dem Klimawandel und dem Ressourcenschwund beiträgt. Reisende sehnen sich nach intakter Natur und (inter-)kulturellen Erfahrungen. Damit ein nachhaltiger Tourismus funktionieren kann, ist es entscheidend, wie die Auswirkungen auf die Natur, Kultur und die lokale Bevölkerung sind. Ein scheinbarer Konkurrenzkamp tritt auf: Der Tourismus soll ökologisch tragfähig sein, alle beteiligten Menschen gerecht behandeln sowie wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden.

Unsere Enkelkinder haben es verdient, dass sie die Welt genau so schön wie wir vorfinden dürfen.

Immer im Zentrum steht der Gedanke, dass der Ort und seine Natur auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben soll. Ja, die Enkelkinder sollen auch die Schönheit unserer Welt entdecken dürfen! Besonderes Augenmerk verdienen dabei folgende Punkte:

  • Sanfte Mobilität
  • Erhaltung von Natur
  • Erhaltung von Kultur
  • Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen
  • Lokale Wertschöpfung
  • Reduzierung von Verbrauch der endlichen Ressourcen

Nachhaltiger Tourismus – die ökologische Perspektive

Überleg‘ mal. Wie oft hast du in einem Hotel schon den grünen Rasen betreten, obwohl rundherum alles Grau in Grau war, die Zeit im Pool verbracht, geduscht bis du schon ganz schrumpelig warst, am Buffet alles auf deinen Teller aufgeladen? Ja, alles. Also, Pommes mit Reis, Karotten, Chicken Nuggets, Wiener Schnitzel (gibt’s ja mittlerweile auf der ganzen Welt), dunkles Schokomousse, Erdäpfel, Salat, Spirali mit Tomatensauce, Spaghetti mit Fleischsauce und Orechhiette mit Champignons. Dann hast du mindestens die Hälfte überlassen, da es dir doch nicht so geschmeckt hat? Vielleicht hast du ja überall einen Hauch von der gleichen Sauce drüber geschüttet oder aus Versehen sogar noch Essig (*würg*) über die Pommes gekippt?

Der Ressourcenverbrauch in Hotels ist oftmals überdimensional gegenüber den lokalen Standards oder sogar über deinem Lebensstil zuhause. Ebenso werden Landschaften und Naturschutzgebiete zerstört, wenn sich Tourismus unkontrolliert entwickelt. Ein weiterer Punkt ist die übermäßige Ausschüttung von Treibhausgasen, der durch die An- und Abreise der Reisenden verursacht wird.

JEDER kann etwas dagegen tun. Und glaub mir, das ist gar nicht so schwer. Es gibt gemeinschaftliche Mobilitätskonzepte, du kannst deinen CO2-Ausstoß kompensieren, mit der Bahn anreisen, langsam reisen, du kannst den Ressourcenverbrauch reduzieren, die Handtücher mehrmals verwenden, das Buffet nicht ausrauben, die Klimaanlage ausschalten, den Wasserhahn nicht rinnen lassen, regionale Köstlichkeiten probieren.

In diesen Artikeln gehe ich auf weitere ökologische Aspekte im nachhaltigen Tourismus ein:

Nachhaltiger Tourismus – die ökonomische Perspektive

Wieder eine kurze Gedankenreise. Hast du deinen Urlaub schon einmal über einen internationalen Konzern gebucht? Alles vorab von zuhause reserviert? Über internationale Anbieter versteht sich? Dabei bleibt nicht wirklich viel Geld in den Zielländern hängen. Besser ist es, wenn du direkt vor Ort Ausflüge buchst oder Restaurants reservierst.

Profitorientierte Ziele dienen oftmals als Basis für Konflikte. Trotzdem schließen sich ökonomisches Wirtschaften und soziales Wirtschaften nicht aus. Nein, nachhaltige Entwicklung setzt effizientes Handeln sogar voraus. Maßgeblich für einen nachhaltigen Tourismus ist jedoch die faire Bezahlung der Mitarbeiterinnen sowie die sinnvolle Verteilung der Gewinne. An oberster Stelle sollte dabei das Zielland stehen. Damit stärkt man die regionale Wirtschaft, Arbeitsplätze für Einheimische entstehen, kleine Anbieter werden unterstützt, regionales Handwerk blüht auf, Industrien blühen auf.

In diesen Artikeln findest du zahlreiche Informationen, wie die ökonomische Perspektive von nachhaltigem Tourismus aussehen kann:

Nachhaltiger Tourismus – die soziale Perspektive

Bist du bereit für dein nächstes Gedankenkarussell? Bist du schon einmal in einen AI-Bunker gelandet und dir dabei nichts von der Landschaft, der Kultur und den Menschen rundherum angesehen? Hast du schon einmal ein religiöses Fest gecrasht und bist mit deiner (schmutzigen) Backpackerkleidung inmitten traditionell gekleideter Einheimischer gestanden? Oder hast du schon einmal jemanden fotografiert, wo du nicht möchtest, dass du so abgebildet bist? Hast du schon einmal einen Zwanziger rüber wachsen lassen, damit du durch die Grenzkontrolle kommst? Tja. Die soziale Komponente im nachhaltigen Tourismus ist sehr komplex und sehr schwer messbar. Dazu kommt, dass sozial für jede etwas Anderes bedeutet.

Tourismus erweckt aber erst durch die Menschen zum Leben. Daher ist diese Komponente besonders wichtig. Die lokale Bevölkerung soll vom Tourismus profitieren und nicht davon ausgebeutet werden. Arbeitsausbeutung, Verletzung der Menschenrechte, Kinderarbeit, Prostitution, Umsiedelung von Menschen, Auftreten von bisher unbekannten Krankheiten, Verkitschung der Kultur, nicht mehr gelebte Traditionen – negative Aspekte sollen bekämpft werden. Es schließt sich der Kreis zu den wirtschaftlichen Faktoren: Die lokale Bevölkerung soll vom Tourismus profitieren.

Auch zu diesem Thema werde ich viele Artikel verfassen. Sie veranschaulichen den sozialen Aspekt von nachhaltigem Tourismus:

Welche Ziele hat nachhaltiger Tourismus?

Das große Ziel eines nachhaltigen Tourismus ist die Befriedigung der Bedürfnisse von Touristen. Dabei sollen die Zukunftschancen des Reiselands gewahrt bleiben bzw. diese erhöht werden. Ein aktives nachhaltiges Management der vorhandenen Ressourcen ermöglicht, dass die sozialen, wie auch die wirtschaftlichen Erfordernisse erfüllt werden können. Gleichzeitig soll die kulturelle Vielfalt, die grundlegenden ökologischen Prozesse, die Biodiversität sowie die Lebensgrundlage aller erhalten bleiben. Dies lässt sich in diesen Punkten zusammenfassen:

  • Aufrechterhaltung der Natur & die geringe Beeinflussung der Umwelt
  • Dennoch sollten alle das Reiseziel intensiv erleben – dies beinhaltet sowohl die Natur als auch die Kultur
  • Verbesserung der sozialen Arbeitsbedingungen & der Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung
  • Steigerung der Akzeptanz auf beiden Seiten.
  • Geringerer Ressourcenverbrauch
  • Hohe Wertschöpfung & Stärkung der regionalen Wirtschaft
  • Reiseziele sollen auch von zukünftigen Generationen im selben Zustand besucht werden können.

15 Tipps für deinen nachhaltigen Urlaub

Wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast (ansonsten wärst du nicht an diesem Punkt im Artikel angekommen), ist nachhaltiger Urlaub ein deeeehhhhhnbarer Begriff. Alles und nichts definiert ihn. Jeder sieht es anders. Für jede ist eine andere Säule von größerer Bedeutung. Aber egal, ich gebe dir hier 15 Tipps, wie du deinen Urlaub nachhaltiger gestalten kannst. Ergänzungen gibt es dazu noch unzählige.

  1. Fliege so selten wie möglich. Eh schon wissen, Treibhausgase und so. Kompensieren hilft. Vor allem Kurzstreckenflüge lassen sich leicht durch eine Bahnfahrt ersetzen.
  2. Für einen Wochenendtrip oder längere Aufenthalte sind nahe Reiseziele auch sehr schön.
  3. Also, generell sollte die Distanz zwischen Wohnort und Zielort in einem sinnvollen Verhältnis zur Reisedauer stehen. Für einen Kaffee nach London fliegen? Wohl eher nicht.
  4. Reise vor Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ist nicht nur für die Umwelt gut, sondern du erweiterst garantiert dabei deinen Horizont.
  5. Packe so wenig wie möglich. Du sparst Treibhausgase und bist zusätzlich während der Reise viel flexibler.
  6. Wähle weise: Hotels, Privatunterkünfte, Transportmöglichkeiten…All-Inclusive Buden sind meistens nicht sehr nachhaltig. Bio-Hotels, Bio-Bauernhöfe, green hotels – es gibt mittlerweile viele alternative Angebote.
  7. Mach dich vorab mit der Kultur deines Reiseziels vertraut. Schmökere in Geschichte, Land und Leute, kulturelle und religiöse Besonderheiten. Und lerne schon mal die wichtigsten Worte in der Landessprache.
  8. Vermeide Müll.
  9. Checke Umweltgütesiegel.
  10. Reduziere deinen Wasser- und Energieverbrauch. Stichwort Klimaanlage.
  11. Respektiere die Umwelt in deinem Zielland.
  12. Kaufe bei lokalen Anbietern.
  13. Gib ein angemessenes Trinkgeld.
  14. Begegne den Einheimischen mit Respekt.
  15. Schau nicht weg, wenn du mit Kinderarbeit konfrontiert wirst.

Wie du diese und noch weitere nachhaltig Reisen Tipps sofort umsetzen kannst, liest du hier.

Grafik: So funktioniert nachhaltiger Tourismus
So funktioniert nachhaltiger Tourismus

Hingegen der Massentourismus…

Ui. Einige wissen es bestimmt schon. Der klassische Massentourismus und ich sind keine Freunde. Gar keine Freunde. Nach mehr als 2.200 Wörtern (dieser Artikel bisher) kann ich klar sagen, dass der nachhaltige Tourismus auf jeden Fall eine sinnvolle Alternative zum Massentourismus ist. Er kann zumindest dazu beitragen, dass die negativen Auswirkungen reduziert werden.

Folgen von Massentourismus

Die Kassen klingen und Arbeitsplätze werden geschaffen. Aber oftmals kommt das Geld nicht oder nicht ausreichend bei den Einheimischen an. Das wars auch schon mit den positiven Auswirkungen des Massentourismus.

Die negativen Folgen sind leider wesentlich stärker ausgeprägt: Schritt für Schritt verdrängen diese Auswirkungen die einheimische Tradition und Kultur. Oder ist es dir noch nicht aufgefallen, dass du überall auf der Welt die gleichen Gerichte konsumieren kannst? Massentouristen sind oftmals nicht bereit, dass sie „ihre“ gewohnten Strukturen aufgeben. Sie möchten lieber das Gewohnte auch im Urlaub „erleben“. Obwohl erleben da das absolut falsche Wort ist. Ich bin überzeugt, dass nur ein Ortswechsel mit gleichen Routinen zu keinem Erlebnis wird…

Die Infrastruktur in manchen Ländern bzw. Orten ist vorrangig auf die Touristen ausgelegt und verdrängt die heimischen Besonderheiten. Für Bettenburgen vernichtet man Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen. Ganze Landschaften werden zubetoniert. Die Unmengen an Touristen hinterlassen tonnenweise Müll. Schafft es die lokale Müllentsorgung nicht, diese Mengen ordnungsgemäß zu entsorgen, landen die Giftstoffe im Meer. Ebenso läuft dies mit der Abwasserentsorgung. Über CO2-Austausch weißt du ja schon Bescheid. Traurige Folgen sind z. B., dass Länder Inseln, Strände, Naturschauspiele für Gäste sperren, damit sich das angeschlagene Ökosystem wieder erholen kann.

Negative Aspekte sind auch die steigenden Mietpreise in den Zielorten sowie der mangelnde Wohnraum für die Einheimischen. Die lokale Bevölkerung wehrt sich zum Teil gegen den Massentourismus – man denke nur an die Bilder von Barcelona oder die „Eintrittskarten“ für Venedig.

Leerer Markusplatz in Venedig
Leerer Markusplatz in Venedig

Ein kleiner Sidestep: Während der Coronapandemie mit eingeschränkter Reisefreiheit (vor allem interkontinental) haben wir einige „Massentourismusziele“ besucht und leere Städte und Orte vorgefunden. Interlaken, Venedig, Paris, Hallstatt – alle waren froh über ein paar wenige Gäste. Und wir waren begeistert von diesen magischen (menschenleeren) Orten. Von Overtourism war keine Spur… Eine Mischung wäre perfekt.

Ist nachhaltiger Tourismus ein Widerspruch?

Nein. Klingt zwar paradox. Ist es aber nicht. Wenn du und ich unser Hirn mit auf Urlaub nehmen und „nachhaltig“ (hahaha) reisen, ist Tourismus mit Nachhaltigkeit auf jeden Fall vereinbar.

Stellt nachhaltiger Tourismus eine sinnvolle Alternative dar?

Ja. Overtourism, Massentourismus und wie ein paar Sardellen am Strand liegen, dann alle gemeinsam das internationale Buffet stürmen und sich schlussendlich besaufen bis das Hirn über Magen wieder retour kommt (*würg*), zu tausenden die gleiche Sehenswürdigkeit zur gleichen Stunde am gleichen Tag besichtigen – das alles ist sicher nicht die Zukunft. Oder ich hoffe es zumindest. Das sind wir uns, unseren Kindern, Enkelkindern und den Einheimischen in den Urlaubsorten schuldig. Von der Natur mal ganz zu schweigen.

Fazit – Nachhaltiger Tourismus ein Gewinn für alle

Jetzt glaubst du es oder? Es gibt Möglichkeiten, wie wir alle nachhaltiger reisen und damit dieses Geschenk auch für weitere Generationen ermöglichen können. Es gibt dabei einige Spielregeln zu beachten. Dennoch ist das wichtiges mit Herz und Hirn zu verreisen. Viele Kleinigkeiten bewirken Großes. Wenn wir alle einige Dinge beherzigen, sind wir auf dem besten Weg in eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Denn sich entwickeln und besser werden ist immer schön.

Viele Kleinigkeiten bewirken Großes.

Bist du jetzt auch vom Lesen ins Träumen gekommen? Dann gönn dir gleich deinen nächsten nachhaltigen Urlaub und buche deine liebste Unterkunft.

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